10 Fakten über das Kopftuch

Das Kopftuch tragen nur unterdrückte muslimische Frauen? Von wegen! Das viel diskutierte Stück Stoff gab es zu allen möglichen Zeiten, in allen möglichen Kulturen und hat alle möglichen Bedeutungen. Das Weltmuseum zeigt das in der Ausstellung Verhüllt, Enthüllt!. Vor dem Besuch hätten vermutlich die wenigsten gewusst oder daran gedacht, dass…

    • im mittelalterlichen Venedig das Kopftuch Reichen vorbehalten war. Die Stoffe waren wertvoll und teuer. Sklaven und Prostituierten war es verboten, eines zu tragen.
    • die Jungfrau Maria, die katholischen Frauen als Vorbild dienen soll, auf sämtlichen Abbildungen Kopftuch trägt – als Gegenteil zur Sünderin Eva, die immer nackt und mit wallendem Haar dargestellt wird.
    • aztekische Männer in Bruderschaften Kopftuch trugen.
    • Atatürk, Begründer der Republik Türkei, das Kopftuch in den 1920er Jahren verboten hat. Er wollte sich am Westen orientieren, vor allem an der französischen Verfassung.
    • in den 1950er Jahren das bedruckte Kopftuch als Modeaccessoire für Luxus, Eleganz und Emanzipation stand.
    • bei der österreichischen Tracht das Kopftuch von Anfang an Heimat und Bodenständigkeit vermitteln sollte.
    • das bedeckte Haupt zur Ordenstracht von Nonnen gehört.
    • Queen Elizabeth II. nach wie vor als persönliches Branding ein Kopftuch von Hermès trägt.
    • das Kopftuch aus der Mode der Wiener Designerin Susanne Bisovksy nicht wegzudenken ist. Sie trägt es auch selber, weil sie es schön findet.
    • die Kopftuch-Debatte seit über 2000 Jahren geführt wird und dabei eines immer gleich geblieben ist: Es sind Männer, die über den Körper der Frau bestimmen.

 

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Wien wartete auf Granada

„Wenn du so gscheid bist, sog warum host so an Stress? Wo brennt’s, wos soll die Hetz? Jetz moch amol longsom, dass ’s di ned zerlegt….“, singen Granada in ihrem Lied Wien wort auf di. (Das Original heißt Vienna und ist von Billy Joel.) Am dritten Adventsamstag hat die Mundart-Band in der ausverkauften Arena Wien ihre Tour mit einem großartigen Konzert beendet.

„Ich bin ganz baff“, scherzte Sänger Thomas Petritsch zum Finale der „Baff“-Tour.

„Wien wort auf di“ spielten sie nur mit Akkordeon unverstärkt mitten im Saal unter den Fans – und alle sangen lautstark mit. Sänger Thomas Petritsch natürlich mit einer Dose Ottakringer in der Hand. Fazit: Die Band rund um den Grazer Musiker (auch bekannt als Effi) ist die vielleicht sympathischste und fröhlichste der neuen „Austropop“-Bands. Weitere Granada-Hörtipps: Ottakring und Eh ok.

Musik und Mode aus Tierhaut

In Wien gibt es Salonkonzerte im exklusiven Rahmen. Eines, der sogenannte Klang-Salon, fand diese Woche im Fernolendt-Haus statt – ein historisches Gebäude in der Landstraßer Hauptstraße, in dem einst die Dichterin Marie von Ebner Eschenbach gearbeitet hat.

Perkussionistin haut auf Haut
Unter dem Motto „Leder“ war ein Konzert der Perkussionistin Ingrid Oberkanins zu hören. Die Oberösterreicherin spielte auf zahlreichen Trommeln, Rasseln und anderen Instrumenten aus u.a. Kuh-Leder – und nahm sich selbst dabei mit einer Loop-Station auf. Höhepunkt war ein Stück, das sie für eine Dokumentation komponiert hatte, in der es um Flüchtlinge geht, die in Österreich Skifahren lernen. Zwischen den Stücken suchte Oberkanins mit viel Humor ihre Instrumente. „Die Hälfte eines Perkussionistin-Lebens besteht aus Herumwerken und Tragen“, erklärte sie.

Ingrid Oberkanins bei fünften Wiener Klang-Salon

Perkussionistin Ingrid Oberkanins beim 5. Wiener Klang-Salon

Fischleder als zweite Haut
Passend zum Thema war auch Sabina Brägger zu Gast. Die Schweizer Designerin findet es oft alles andere als schön zu wissen, woher die Materialien für Kleidung und Co. kommen.  Sie fertigt ihre Mode daher selbst – und zwar aus Abfallstoffen. Genauer gesagt aus Störleder und Bisonwolle – nachhaltige Produkte, hinter denen sie stehen könne.

Fake News: eine Erfindung der Habsburger?

Wer einen Timeslot für die Bruegel-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien ergattert, kann sich glücklich schätzen. Der Andrang ist enorm. Die Mini-Ausstellung „Falsche Tatsachen – Das Privilegium Maius“ geht daneben etwas unter. Dabei hat die Story rund um die mittelalterliche Fälscher-Aktion Polit-Thriller-Potenzial.

Kurz erzählt: Wir befinden uns im Heiligen Römischen Reich, 14. Jahrhundert. Weil sich der Habsburger Herzog Rudolf IV. von Kaiser Karl IV. – gleichzeitig sein Schwiegervater – in einem Erlass übergangen fühlte (die Habsburger durften bei der Wahl des neuen Königs nicht mitbestimmen), ließ er Urkunden fälschen. Für seinen ausgeklügelten Plan, die Stellung der Habsburger aufzuwerten, zerstörte er Originalurkunden aus dem 11. und 12. Jahrhundert, um eine ganze Chronologie an gefälschten Dokumenten herzustellen – Urkunden von Cäsar und Nero inklusive.

Ein Gelehrter erkannte diese antiken Teile aber als Fälschung und keiner der Habsburger-Ansprüche aus dem so genannten „Privilegium Maius“ wurde umgesetzt. 100 Jahre nach Rudolfs Tod bestätigte der aktuelle Kaiser Friedrich III. – zufällig? ein Habsburger – aber das Privilegium Maius und Rudolfs Erfindungen, wie der Titel „Erzherzog“, wurden Realität. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden schließlich alle Fälschungen nachgewiesen!

Mit den Dokumenten im Original und teils auf Touchscreen zum digitalen Durchblättern wird in der Ausstellung des KHM dieses delikate Kapitel österreichischer Geschichte erzählt.

Fun Fact: Fälscher Rudolf IV. ging zu seinem Glück noch durch eine andere Aktion in die Geschichte ein. Er gründete die Universität Wien.

Wiens 20 schönste Street-Art-Wände

Die Stadt als Museum und Gebäude als Gemälde: Wer in Wien die Augen offen hält, kann dank Street-Art-Festivals wie Calle Libre riesige, professionelle Kunstwerke entdecken. Hier eine nicht vollständige Liste von Wiens schönsten Murals (Wandmalereien) und ein Video, das Simon Engl geschnitten und Simon Öggl vertont hat.  Viel Spaß und Freude am Entdecken!

 

Richard-Waldemar-Park

Ort: Richard-Waldemar-Park, Künstler: Stinkfish

Yppenplatz

Ort: Yppenplatz, Künstler: Annatomix

Wiedner Hauptstraße

Ort: Wiedner Hauptstraße. Künstler: Kruella D’Enfer (r.)

Strohgasse

Ort: Strohgasse, Künstler: Artez

Schönbrunner Straße

Ort: Schönbrunner Straße; Künstler: Alfalfa

Richard-Waldemar-Park

Ort: Richard-Waldemar-Park, Künstler: Mantra

Brückengasse

Ort: Brückengasse, Künstler: Nychos

Quellenstraße

Ort: Quellenstraße, Künstler: Nychos

Magdalenenstraße

Ort: Magdalenenstraße, Künstler: Evoca1

Ludwig-Hirsch-Platz

Ort: Ludwig-Hirsch-Platz, Künstler: Zesar Bahamonte

Josef-Strauss-Park

Ort: Josef-Strauss-Park, Künstler: Frau Isa

Hornbostelgasse

Ort: Hornbostelgasse, Künstler: Jana & JS

Gierstergasse

Ort: Gierstergasse, Künstler: Jana & JS

Felberstraße

Ort: Felberstraße, Künstler: Cyrcle , Gaiastreetart

Emil-Maurer-Park

Ort: Emil-Maurer-Park, Künstler: Milu Correch

Brunnenmarkt

Ort: Brunnengasse, Künstler: BEZT – ETAM CRU

Breitenseer Straße

Ort: Breitenseer Straße, Künstler: Colectivo Licuado

Braunhirschenpark

Ort: Braunhirschenpark, Künstler: veraprimavera

Andreasgasse

Ort: Andreasgasse, Künstler: Millo

Amerlingstraße

Ort: Amerlingstraße, Künstler: ROA

Noch ein Tipp: Einen aktuellen Überblick über Wiens Street-Art bietet Vienna Murals.

Wiener Kirche mit Lego „saniert“

Die Canisiuskirche am Alsergrund ist sanierungsbedürftig. Das zeigt nicht nur die steinerne Petrus-Statue, die aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste und jetzt im Pfarrgarten liegt. Davon zeugt auch die bröckelnde Kirchenmauer. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat der Berliner Street-Art-Künstler Jan Vormann gemeinsam mit Kindern einige Fassadenrisse mit Lego-Steinen saniert.  Leider fehlen inzwischen schon einige Teile. Bei Street-Art handelt es sich eben um vergängliche Kunst.

Legosanierung Jan Vormann

„Wind und Kinder“ bezeichnet „Denkmalpfleger“ Jan Vormann als Gefahr für Lego-Kunst.

Legosanierung Jan Vormann2

Mehrere Kilo an Legosteinen sind in der Kirche verbaut worden.

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Hollywood in Vienna: Filmmusik in Perfektion

Wenn irgendwo im Weltraum intelligentes Leben existiert, dann wäre es spannend zu wissen, ob es dort auch so etwas wie symphonische Filmmusik gibt. Denn sie gehört zu den schönsten Erfindungen der Menschheit. Einer der fleißigsten und genialsten Komponisten der Gegenwart ist Hans Zimmer. Heuer erwies ihm Hollywood in Vienna im Konzerthaus die Ehre – und zeichnete ihn mit dem Max-Steiner-Award aus.

Hollywood in Vienna 2018

Server lahmgelegt
Dass hier ein echter Star kommt, zeigte sich bereits beim Kartenvorverkauf, der die Website des Konzerthauses stundenlang lahmlegte. Erstmals verzichtete die Veranstaltung außerdem auf Musik von anderen Komponisten. Fast drei Stunden lang wurden vom ORF Radiosymphonieorchester Wien und der gut gelaunten Hans-Zimmer-Band ausschließlich Werke des Oscarpreisträgers zum Besten gegeben – wie Lion King, Inception, Gladiator, Pearl Harbour, The Dark Knight, Rush, Hannibal, Fluch der Karibik, Spirit,….

Lisa Gerrad, Martin Gellner, Hans Zimmer

Lisa Gerrard im goldenen Kleid, Martin Gellner am Dirigentenpult und Preisträger Hans Zimmer

Fazit: Es gibt nach wie vor kein schöneres Konzert für Filmmusik-Fans. Das liegt an der Qualität des RSO, an Stargästen – wie heuer Lisa Gerrard, Valentina Naforniță und auch Pedro Eustache, aber auch an der Akustik des Konzerthauses und am hohen Unterhaltungswert dieser Produktion. Heuer frischten etwa Video-Grußbotschaften von Tom Cruise bis Orlando Bloom die Moderation auf. Ein traumhafter Abend!