Beeindruckende Inszenierung von Soap&Skin im Konzerthaus

Mit ihrer authentisch schrägen Art begeisterte Anja Franziska Plaschg alias Soap&Skin mit einem 8-köpfigen Musikensemble am Mittwoch das Publikum im vollen Konzerthaus. Der Abend zeigte wieder einmal, dass das wunderschöne Ambiente des Hauses nicht nur den klassischen, eleganten Konzertbesuchern, sondern auch einem stylischen, hippen Publikum einen perfekten Inszenierungsrahmen bietet.

Soap&Skin zeigte in einer beeindruckenden Performance ihr außerordentliches Talent und Variantenreichtum. Trotz der Bandbreite und Vielfalt an Stimmungen der Stücke bleibt sie immer authentisch. Jede Schrägheit wirkt natürlich und echt. Das Spektrum reicht von melancholischen, mit Spotlight auf Klavier und Stimme fokussierten Stücken (Cynthia) bis zu dramatischer Orgelmusik, Stimmverzerrer und Tanzmoves (Falling). Von sensibel verletzlich bis brutal stark versteht es Soap&Skin auf eindringliche Art, Emotionen zu vermitteln. Die unterschiedlichen Charaktere werden zusätzlich von Licht und Sprache unterstrichen (Voyage, Voyage und Mawal Jamar). Ein besonderes Highlight war Vater.

Ein simples „Danke, dass ihr alle da seid“ leitete den Abend ein, die restlichen knapp zwei Stunden kamen ohne viel Pausen und Zwischengeplänkel aus, wodurch ein Gesamterlebnis mit Fokus auf die Musik und ihre tranceartige Wirkung entstand.

Rotterdams verrückte Bauten

Die niederländische Hafenstadt Rotterdam hat den Ruf, nie fertig zu sein. Und tatsächlich kommt man am Weg durch die Stadt an zahlreichen Baustellen und gerade fertig gestellten Neubauten vorbei, die eine faszinierende Alles-ist-möglich-Stimmung entstehen lassen. Vor allem das Hafengebiet wird in den letzten Jahren stets erweitert. Mit den DeRotterdam-Türmen von OMA hat die Stadt ein beeindruckendes Wahrzeichen gewonnen. Die Türme, die Wohnungen, Büroräume und ein Hotel beheimaten, wirken nicht so wuchtig, wie es die Bilder vermuten lassen. Der Standort am Wasser und die gut proportionierten Formen lassen die Türme zwar imposant, aber angenehm elegant erscheinen und geben dem Hafengebiet eine markante Skyline.

Rotterdam scheint allgemein gern mit Dimensionen zu spielen und zu experimentieren. Im Gegensatz zu den traditionell schmalen Gebäuden in den Niederlanden ist auch die Markthalle im Zentrum der Stadt ein XXL-Bau. Der witzige Entwurf von MVRDV ist eine ungewöhnliche Typologie und erinnert an einen gestrandeten Wal. Im Bauch befindet sich der Markt mit bunter Deckenbemalung. Die rundum angeordneten Wohnungen können innen durch Fenster das Markttreiben beobachten.

Der Blaak beheimatet neben der Markthalle noch weitere schräge Gebäude. Markant sind die beliebten Kubushäuser von Piet Blom, die bereits in den 70er Jahren gebaut wurden. Die Bewohner dieser Baumhäuser müssen bei der Möblierung besonders kreativ sein. Billy-Regale passen hier nicht rein.

Die Kombination aus übermütigem Baudrang und kreativem Flair macht Rotterdam zu einer faszinierenden Stadt, die sich nicht in den klassischen Check-Listen-Städtetourismus einordnen lässt. Es bleibt spannend, welche verrückten Bauten hier in den nächsten Jahren noch entstehen.