Thalhammer gewinnt Kleinkunstkartoffel

„Das war ein super Wettbewerb und ich freu mich, dass ich dem Ennser Kartoffelgebiet die Kleinkunstkartoffel entrissen habe“, sagte Manuel Thalhammer nach seinem Sieg. Der Pädagoge und Poetry-Slammer bot bei der 12. Ennser Kleinkunstkartoffel Mitte Februar in der Stadthalle Enns einige Ausschnitte aus seinem ersten Kabarettprogramm „Lehrer ohne Klasse“ dar. Als das „gute Publikum“ eine Zugabe einforderte, sagte der 33-jährige Linzer: „Das ist blöd, ich hab nichts vorbereitet. Denn ich bin eigentlich schon in den Semesterferien.“ Doch dann legte er doch noch einige Pointen nach. Thalhammer erhielt an diesem Abend nicht nur die Kleinkunstkartoffel-Trophäe, sondern auch die Aussicht auf einen Auftritt im Ennser Kulturzentrum d’Zuckerfabrik.

Schreiner, Thalhammer, Niedetzky

Clemens Maria Schreiner und Angelika Niedetzky mit dem Sieger Manuel Thalhammer.

Hohes Niveau
Ebenso stürmischen Applaus ernteten die anderen Finalisten des Bewerbs – allen voran Benedikt Mitmannsgruber, der mit Statistiken und Landschaftsfotos in Erinnerung bleiben wird. Aber auch die sympathische Evelin Pichler, der geniale Liedermacher Jo Strauß, der mit Gipsbein aufgekreuzte Nikorrekt und die politische Satirikerin Christine Teichmann. Außer Konkurrenz begeisterten Moderator Clemens Maria Schreiner und Kabarettistin Angelika Niedetzky mit Showacts das Publikum. Für besten, musikalisch-humorvollen Blechsound zwischendurch sorgten die Brass Potatoes – die Wettbewerbsband.

Peter Klien

Peter Klien grüßte per Videobotschaft.

Dabei sein ist schon fast alles
Und Peter Klien überraschte mit einer Videobotschaft und spendete mit den Worten Trost: „2010 habe ich bei der Ennser Kleinkunstkartoffel teilgenommen und bin nicht Erster geworden. Und trotzdem ist halbwegs was Ordentliches aus mir geworden. (…) Ich drücke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Daumen, dass sie nicht gewinnen. Obwohl ja. Ausschließen kann man es ja nicht, dass auch der Sieger eines Kabarettwettbewerbs es einmal zu was bringen wird.“

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Mit schwarzem Humor zum Sieg

Christoph Fritz hat mit seinem „sehr schwarzen Humor“ den Kabarettwettbewerb „Ennser Kleinkunstkartoffel“ gewonnen. Der niederösterreichische Nachwuchskabarettist ist erst 22 Jahre alt, was sich aber „laufend ändere, fast jährlich“. Er hat Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung studiert, „was ein Euphemismus ist für: Ich habe keine echten Leidenschaften in meinem Leben und will einfach viel Geld verdienen.“ Viel zu berichten weiß er auch über seinen Heimatort „Kaffhausen am Wagram“. Die Leute dort sollen außerordentlich tolerant sein. „Solange du einigermaßen männlich, weiß, österreichisch, heterosexuell, nicht kleinwüchsig, nicht zu dick und nicht zu dünn, aber auch nicht dumm, nicht zu intelligent und auch kein Moslem, Atheist, Buddhist, Hinduist, Grüner oder Veganer bist… Und generell lässt es sich empfehlen, das Alkohol- und Cholesterinlevel konstant im lebensgefährlichen Bereich zu halten.“

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Christoph Fritz spielt den schüchternen, aber bitterbösesn Bubi

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.