Tiger und Pandas in Baden gesichtet

Die Stadt Baden – bekannt für sein Casino, die Kaiserzeit und seine Kur-Pensionisten – lockt aktuell mit Europas größtem Fotofestival La Gacilly. In Gassen, auf Plätzen aber vor allem in Parkanlagen wie dem Doblhoffpark werden noch bis Ende September 2.000 riesige Fotografien gezeigt – etwa schwimmend im See. Es gibt unter anderem wunderschöne Tierporträts zu bestaunen, aber auch blutige Reportagen zum Thema Wilderei in Afrika. Die Reise nach Baden lohnt sich jetzt also auch für junge Menschen. Der Eintritt für das Fotofestival ist frei!

Buchtipp: „Pater Martin“ – Anekdoten über Österreichs lustigsten Franziskaner. Drei Bücher von Florian Kobler – erschienen im Freya Verlag.

Advertisements

Luke Skywalker und die Missen

„Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen wäre“, soll Filmregisseur Robert Bresson gesagt haben. Diesen Spruch hat sich Manfred Baumann zu Herzen genommen. Baumann, der sich in Wien vor allem als Society- und Missen-Fotograf einen Namen gemacht hat, brachte kürzlich einen Bildband im Novum Verlag heraus, eine Art Werkschau von 1991 bis 2006. Darin erzählt er, dass sein Nachhilfelehrer während seiner Schulzeit Fotograf war. Dessen Wohnung glich einer Dunkelkammer, in der viele Schwarz-Weiß-Fotografien von schönen Frauen herumlagen. Von da an wusste Baumann, dass er Fotograf werden wollte. Mit seinem ersten selbstverdienten Geld als Kaufmannslehrling bei Julius Meinl kaufte er sich eine neue Kamera. „Mit zunehmendem Alter stieg das Interesse an Frauen und Erotik. In den ersten Jahren der Modelfotografie beeinflusste mitunter auch mein Testosteronspiegel die Bildsprache.“

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein Fotograf mit Geheimnis

Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Baumann reiste um die halbe Welt, fotografierte Landschaften, Obdachlose, Gefängnisinsassen – und porträtierte Stars wie Bruce Willis, Jack Black, John Malkovich und Mark Hamill alias Luke Skywalker. Sein rund 280 Seiten starker Bildband „my world of photography“ zeigt eine Auswahl davon aus 25 Jahren. Was Baumann nicht verrät, ist, wie er es schafft, an die vielen Stars heranzukommen. Doch was wäre ein Starfotograf ohne Geheimnisse?

Der besprochene Bildband wurde vom Verlag zur Verfügung gestellt.

„Humptata“ zum Auszucken

Es gibt eine neue Band im Land. Die heißt Klakradl. Und die sollte man sich anhören! Denn bei diesem Musikprojekt machen die genialen Kärntner Duos [:klak:] und Radeschnig gemeinsame Sache. Mit Klarinetten, Akkordeons, Gitarre und Cachon nehmen sich die Profimusiker und Kabarettistinnen zig musikalische Genres vor: Kärntner Lieder wie Gern habn tuat guat stehen genauso auf dem Programm wie der Disco-Klassiker Popcorn.  Aber Vorsicht: Alles wird mit experimentellen Auszuckern, überraschenden Einlagen und oftmals bitterbösen Texten dargeboten. (Plötzlich gesellen sich etwa hungrige Enten, scheinheilige Katholiken oder gar Nazis aus der Verwandtschaft dazu…) Am Freitag hatten Klakradl ihren ersten Auftritt in Wien im Theater am Spittelberg.  Fazit: Hoffentlich folgen noch viele weitere Shows. Denn so machen Humptata, Jazz und Co großen Spaß! => Trailer

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Nackte Werbung für alte Filme

Weltberühmt – das Bild von Marilyn Monroe mit dem hochwehenden, weißen Kleid – eigentlich ein Werbefoto für den Film Das verflixte 7. Jahr. Die Albertina zeigt in ihrer neuen Austellung „FilmStills“ 130 solcher berühmter Fotos. Sie wurden zwischen 1902 und 1975 abseits der Filmsets extra von Fotografen hergestellt, um den jeweiligen Film zu bewerben. Auffallend ist, dass Frauen und Verführung dabei eine große Rolle spielten, wie die folgenden Bildbeispiele zeigen. Fazit: „Sex sells“ heute wie damals.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Mehr Show für Soundtracks

Was ist passiert? Blue Carpet, singende Diva aus Los Angeles im sexy Glitzerkleid, deutscher Hollywood-Moderator, urige Jodler aus der Schweiz, Balletttänzer der Wiener Staatsoper, russische Volksmusiker in Tracht, orientalisches Ensemble und ein stöhnender Stradivari-Geiger: Die Filmmusik-Gala Hollywood in Vienna entwickelt sich immer mehr vom qualitativ hochwertigen Konzert zum weltweit gut verkaufbaren und durchinszenierten Film-Showevent. Eine Show fürs Auge, Fernsehen vor Filmmusik quasi, Abwechslung und Action um jeden Preis.

img_6752

Große Show bei „Hollywood in Vienna“ 2016

Irgendwie schade, aber aus ökonomischen Gründen vielleicht die einzige Möglichkeit für die Veranstalterin, die Zukunft der Gala zu sichern. Aber, und das muss man auch sagen,  Hollywood in Vienna ist noch immer das beste Konzert für Filmmusikfans, das Österreich zu bieten hat. Nirgendwo sonst kann man Soundtracks in dieser Qualität (ORF Radio-Symphonieorchester) und Akkustik (Wiener Konzerthaus) erleben. Schon gar nicht bei den derzeit so häufigen Stadthallen-Shows.

img_6820

Desplat hat bereits über 150 Film-Soundtracks geschaffen

Top: Heuer ist Alexandre Desplat mit dem Max-Steiner-Award ausgezeichnet worden. Ein sympathischer Komponist mit grandioser Musik – wie Harry Potter, Pets oder The King’s Speech. Unbedingt anhören!

Über den Dschungel zur Trompete

Er ist gebürtiger Londoner, 49 Jahre alt und spielt Trompete bei den Vereinigten Bühnen Wien. Am 28. Oktober ist Aneel Soomary live mit Pro Brass in der Stadthalle Enns zu hören. Im Alter von zehn Jahren hat Aneel Soomary „Das Dschungelbuch“ im Kino gesehen. „Da gibt es eine Szene, in der Mogli von Affen entführt wird. Balu der Bär und Bagheera der Panther versuchen ihn wieder zurückzubringen. Da hab ich beim Lied ‚I Wan‘na Be Like You‘ die Trompete gehört – und war sofort gefesselt. Für mich ist nichts anderes in meinem Leben mehr infrage gekommen, als Trompeter zu werden.“ Seit zwanzig Jahren lebt Aneel nun schon in Wien, er spielt neben vielen anderen Musikprojekten hauptsächlich Trompete im Ronacher und Raimundtheater. Dort gibt er aktuell bei Musicals wie Evita und Schikaneder den Ton an.

aneel

Trompeter Aneel Soomary von Pro Brass

Keine Mauer zwischen Jazz und Klassik

Seit vielen Jahren ist er auch beim oberösterreichischen Blechbläser-Ensemble Pro Brass im Einsatz. „Ich genieße diese Zeit ohne Ende. Pro Brass ist musikalisch gesehen die größte Herausforderung für einen Blechbläser. Die Musik ist extrem vielseitig. Es gibt keine Mauer zwischen Jazz und Klassik. Und die Moderation ist voll trockenem Humor, manchmal auch ein bisschen politisch und gesellschaftskritisch.“ Pro Brass-Konzerte wie das kommende in Enns empfiehlt er allen, die den „Blechbläser-Klang“ lieben.

aneel-mit-plunger

Aneels Grimassen mit dem Klostopfer

Aneel Soomary ist bei den Shows auch für den einen oder anderen Spaß zu haben. Er steckt sich beispielsweise gern seinen Trompetendämpfer – den so genannten Plunger – in den Mund und schneidet damit lustige Grimassen. “Das ist ja eigentlich ein Klostopfer, nur ohne Stock. Aber keine Angst, der war vorher nicht am Klo im Einsatz.“

Konzertinfos: Pro Brass: „Gemischte Marmelade – frisch aufgekocht“, 28. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Stadthalle Enns, Karten in jeder Raiffeisenbank.

Dieser Text ist auch in der Wochenzeitung „Ennser Tips“ erschienen. 

Pixelkunst in der Albertina

„Was damals der Punkt war, ist heute der Pixel“ – und damit ist schon das Wichtigste über die neue Herbstaustellung #SeuratSignacVanGogh in der Albertina gesagt. Gezeigt wird farbenfroher Pointillismus, also Kunst, die aus vielen kleinen Punkten besteht. Damit sich das möglichst viele Menschen aus nächster Nähe ansehen, hat das Bundesmuseum zur ersten Social Conference geladen. Yeah! Mit dabei waren zahlreiche „hippe“ Instagramer und Twitteranten – und natürlich kulturblogger.at! Top:  Für ein bisschen Show und Glamour sorgte ein Bodypainting-Model, das die Kunst hautnah zeigte ;-).

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder