Wiener Kirche mit Lego „saniert“

Die Canisiuskirche am Alsergrund ist sanierungsbedürftig. Das zeigt nicht nur die steinerne Petrus-Statue, die aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste und jetzt im Pfarrgarten liegt. Davon zeugt auch die bröckelnde Kirchenmauer. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat der Berliner Street-Art-Künstler Jan Vormann gemeinsam mit Kindern einige Fassadenrisse mit Lego-Steinen saniert.  Leider fehlen inzwischen schon einige Teile. Bei Street-Art handelt es sich eben um vergängliche Kunst.

Legosanierung Jan Vormann

„Wind und Kinder“ bezeichnet „Denkmalpfleger“ Jan Vormann als Gefahr für Lego-Kunst.

Legosanierung Jan Vormann2

Mehrere Kilo an Legosteinen sind in der Kirche verbaut worden.

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

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Tanz auf der Orgel

Sie sind das Traumpaar der österreichischen Orgelszene – Maria Grillenberger (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Marco Paolacci (Stiftskapellmeister in Zwettl). Am Sonntag gaben die beiden ein vierhändiges Orgelkonzert der Extraklasse im Linzer Mariendom. Am Programm standen Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Max Reger und Jean Langlais. Absoluter Höhepunkt: Das Orchesterstück Danse Macabre von Camille Saint-Saens – gespielt auf der Orgel. Ein Erlebnis!

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder.

Posaunisten mit Poesie

Wer Kirchensteuer zahlt, sollte am Sonntag auch in die Kirche gehen. Zum Beispiel zu einem Konzert. Eine Gelegenheit ergab sich gestern in St. Valentin: Trombone Attraction spielte die Premiere ihrer neuen Show „Mensch“. Die vier Posaunisten – zwei davon fixe Orchestermusiker der Wiener Volksoper – setzten dabei eher auf E- als auf U-Musik und versuchten das mit einer humorvoll-poetisch-durchchoreografierten Moderation auszugleichen. Fazit: Über Humor lässt sich streiten, über Qualität nicht. Trombone Attraction schaffen traumhaft-schöne Klänge und spielen Arrangements mit Überraschungen. Am meisten Freude bereiten sie mit Klassikern – etwa von Joe Zawinul.

Der Karliklub St. Valentin lud zum Kirchenkonzert mit

Der Karliklub lud zum Kirchenkonzert mit „Trombone Attraction“

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Pfarrer trägt Kreuze durch Enns

Wenn Gläubige mit Holzkreuzen auf den Schultern den Berg nach Enns hinauf marschieren, dann lädt Stadtpfarrer Pater Martin zur Kreuzwegandacht. Das vorösterliche Spektakel findet jeden Sonntag statt. Wie es dazu gekommen ist und wie die Bevölkerung darauf reagiert, erzählt der beliebte Franziskanermönch selbst:

„Jeder nur ein Kreuz“

Vor Ostern ist es Brauch, gemeinsam den Kreuzweg zu gehen. In vielen Orten gibt es dafür einen Kreuzweg mit vierzehn Stationen. Auch in Enns hat es einmal zwischen der Basilika in Lorch und der Post in der Nähe des Hauptplatzes einen Kreuzweg gegeben. Doch inzwischen sind die meisten Stationen Bauprojekten oder Wegbegradigungen zum Opfer gefallen. Also habe ich mir vor vier Jahren etwas einfallen lassen, um wieder eine Kreuzwegandacht im Freien anbieten zu können.

Pater Martin

Kinderkreuzweg (c) Christoph Huemer

Und zwar wollte ich jeweils an den Sonntagen vor Ostern einen Kreuzweg vom so genannten „Papstkreuz“ am Enns-Fluss bis hinauf in den Schlosspark machen. Denn die dortige Aussichtsplattform eignet sich perfekt als Berg Golgota, also als letzte Kreuzwegstation. Ich bin daher in den Baumarkt gefahren, habe Holz gekauft und an einem schönen Nachmittag im Klosterhof vierzehn Kreuze gebastelt. Seither schleppe ich diese Kreuze vor jeder Andacht alleine vom Kloster bis zum Schlosspark.

Verwunderte Touristen am Hauptplatz

Mich schauen dann die Leute am Hauptplatz immer komisch an. Aber das ist auch verständlich. Man sieht ja nicht alle Tage einen Franziskaner, der einen Stapel Holzkreuze in der Gegend herumschleppt. Man muss sich außerdem vorstellen, dass jedes Kreuz so um die – gefühlte – drei Kilogramm schwer ist. Selbst wenn es draußen kalt ist, komme ich da bei 14 Kreuzen ganz schön ins Schwitzen. „Ja Herr Pfarrer, haben Sie leicht so viele Sünden begangen, weil sie so viele Kreuze tragen müssen?“, fragen mich dann die Leute. Vor allem die Touristen wollen immer wissen, was ich denn mit den vielen Kreuzen vorhätte. Manchmal entwickeln sich so viele Gespräche, dass ich statt der gewöhnlichen zehn Minuten eine ganze Stunde vom Kloster in den Schlosspark benötige. Dort angekommen stelle ich die Kreuze nacheinander an besonderen Stellen auf – meistens bei schönen Bäumen. Kurz darauf geht die Veranstaltung beim „Papstkreuz“ los.

Kreuze für Kinder bis Senioren

Je nach Wetter gehe ich dann mit bis zu fünfzig Personen von Kreuz zu Kreuz. Bei jeder Station gibt es ein kurzes Programm. Danach lade ich immer jemanden ein, das Kreuz aus dem Boden zu reißen und mitzunehmen. Zum Schluss folgen mir also 14 Leute, von Kindern bis Senioren, im Gänsemarsch und schleppen jeweils ein Holzkreuz. Mir gefällt es, das am Ende wieder aufgeräumt ist. Denn ich kann ja nicht den ganzen Schlosspark mit Kreuzen zustellen – der Park wird ja etwa auch von Muslime genützt. Nach der Veranstaltung bringe ich die Kreuze wieder alleine ins Kloster. Doch zuletzt haben mir schon einige Leute angeboten, die Kreuze mit dem Auto zurückzufahren. Sie sagen dann: „Pater Martin, wir können das nicht länger mitansehen, wie du mit den vielen Kreuzen auf deiner Schulter durch Enns marschierst“.

Mehr Geschichten über Pater Martin – zum Beispiel wie er das Klosterauto im See versenkt oder eine Hochzeit im Fußballtor gefeiert hat – gibt es im Buch: „Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen.“ von Florian Kobler (Freya Verlag). Zur Bestellung.

Die nächsten Kreuzwegtermine in Enns: So, 15. März, 15.00 Uhr; So, 22. März, 15.00 Uhr; Freitag, 27. März, 15.00 Uhr: Kinderkreuzweg; Palmsonntag, 29. März, 15.00 Uhr.