Jazzfest in der Müllverbrennungsanlage

Dort, wo täglich Berge an Restmüll verbrannt werden, hat am Samstag das Wiener Jazzfest begonnen. Tausende kamen, um in der Müllverbrennungsanlage Spittelau bei zwei Euro Eintritt Livemusik zu erleben. Bereits seit 21 Jahren gibt es Open-Air-Konzerte in der künstlerischen Anlage von Friedensreich Hundertwasser. Es war der Wunsch des Architekten gewesen, das Haus für alle zu öffnen.

Einer der Höhepunkte war heuer die Band 5/8erl in Ehr’n. Tiefenentspannt spielten die Musiker im Sitzen ihre Wienerlieder, die Jazz, Soul und andere Genres streifen. Alles war so gechillt, dass sogar die Charitynummer Schweigeminute für Traiskirchen von Raoul Haspel der Stimmung keinen Abbruch tat. Eine Minute Stille! Aber es funktionierte.
Mit ihren Hits Badeschluss (Das Lied ertönt in den Wiener Freibädern, kurz bevor sie schließen), Alaba, How do you do? (eine Anspielung auf die Aussage eines Politikers) oder Schneid die Melone an (Böser Ohrwurm aus der Bawag-Werbung) sorgten die 5/8erl für einen musikalisch-gemütlichen Sommernachmittag in Wien. Wirklich schön!

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Tiefe Stimmen, hohe Popkunst

Boy Group, A Capella-Ensemble oder Cover Band? Die sechs Jungs von Vocatief vereinen alles auf einmal und das mit viel Humor, Charme und Können!
Im Programm „ProVocatief“ sorgen sie mit Pop-Songs wie Kiss (Prince), Can’t Buy me Love (Beatles) und 500 Miles (The Proclaimers) sowohl mit ihrem Klang als auch mit ihren witzigen Choreos für Begeisterung. Wer sich fragt, ob da nicht Instrumente fehlen, wird bei Helplessly Hoping und Pasttime with Good Company eines Besseren belehrt: Gitarre, Trommel, Flöte oder Krummhorn ersetzen sie mit ihren unverwechselbaren Stimmen und auch bei der Comedian Harmonists-Nummer Kannst du pfeifen, Johanna? bleibt kein Auge trocken.

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„Männer, die vor Ziegel harren“

Sangen sie da gerade „I take a look at my enormous penis”, “When I jerk off, I think of you” und “Marry a woman uglier than you”?? Oh ja! Der Programmtitel kommt nicht von ungefähr. Doch sie können auch brav. Beim Konzert im lauschigen Innenhof der St. Ulrich-Kirche in Wien-Neubau sorgten besonders die Schwelgelieder Loch Lomond oder Billy Joels And so it Goes und Lullaby für Gänsehaut. Als Draufgabe gabs eine selbstkomponierte Hommage an die U6. Genial!

Mit Baby im Bauch auf Tour

„Bald fang ich wieder an  zu kiffen, da freu ich mich schon drauf…“, sang Dota am Sonntag lächelnd im Chaya Fuera. „…In einer Woche vielleicht, oder in zwei, oder gar nicht, naja muss ja nicht sein.“ Die deutsche Songwriterin tanzte, stand und saß mit großem Babybauch auf der Bühne und spielte Songs aus ihrem aktuellen Album „Keine Gefahr“ wie Rennrad oder  Grenzen  – aber auch viele ältere Nummern wie Geld verdirbt den Charakter, Aber hey! und  Utopie (mit dem wunderbaren Zitat: „Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei“). Fazit: Dota gehört wohl zu den besten Liedermacherinnen im deutschsprachigen Raum – und würde sich in Wien mehr Publikum und größere Locations verdienen. Mindestens das Konzerthaus!

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Joshua Radin: Winter in Wien

Sein Song Winter ist durch die Krankenhaus-Serie „Scrubs“ weltberühmt worden. Am Samstag spielte Joshua Radin diesen live bei seinem ausverkauften Konzert im Chaya Fuera. Gemeinsam mit zwei Musikern stand der US-amerikanische Songwriter mit seinem Hut nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten im Publikum. Neben Hits wie Brand New Day, I Missed You und Closer probierte er auch neue Songs wie High And Low aus. Am Ende des Konzertes versprach Radin, ab jetzt öfters in Wien aufzutreten.

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Radin hatte viel Spaß bei seinem erst zweiten Auftritt in Wien

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Fluch der Karibik mit Liveorchester

Dirigent Helmut Imig gastierte gestern mit dem Babelsberger Filmorchester in der Stadthalle Wien. Am Programm stand der Soundtrack zum Disneyfilm „Fluch der Karibik“. Zahlreiche (teilweise maskierte) Fans ließens sich dieses Ereignis nicht entgehen und erlebten den Film auf Kinoleinwand mit Liveorchester.

Das Orchester und der 12-Mann starke Filmchor musizierten perfekt – fast zu perfekt. Der Live-Charakter fehlte, da sämtliche Instrumente verstärkt waren und das Publikum über Boxen stereo beschallt wurde. Das war wahrscheinlich nötig, da die Stadthalle für klassische Konzerte ungeeignet ist. Hätte das Orchester unverstärkt und in einem richtigen Konzerthaus mit guter Akkustik gespielt, dann wäre das Live-Erlebnis vielleicht spürbarer gewesen. So sah man eher einen musikalisch perfekt untermalten Kinofilm als ein Konzert – zumindest bis zum Abspann und den Zugaben! Dennoch war es ein beeindruckender Filmmusikabend.

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„Batman Live“ – Show für Fans & Kinder

Die Erwartungen an „Batman Live“ waren sehr hoch –  vielleicht zu hoch.  Natürlich hatte die Show in der Wiener Stadthalle beeindruckende Elemente vorzuweisen, vor allem die riesige Bühne, die 50 Tonnen Lichttechnik und die Fledermaus-LED waren imposant.  Weniger spannend waren hingegen die langatmigen Zeitlupen-Kampfszenen sowie die abgedroschenen Zirkus- und Zaubershowszenen. Schöne Bilder lieferten eine Riesenmaske, bei der Menschen die Zähne darstellten, das schwebende Batmobil und ein einbrennender Heißluftballon. Auch der 3D-Effekt, der durch die LED-Leinwand zustande kam und die Szenenwechsel waren gut gemacht. Die mit Spannung erwarteten Flugszenen langweilten aber, extrem enttäuschend war der wenig heldenhafte Batman-Charakter. Am schlimmsten waren die deutschen Syncronstimmen, die leider immer zeitversetzt aus den Lautsprecher-Boxen kamen. Gefallen hat die Show vor allem Kindern und Menschen, die sich für Zirkusnummern begeistern können. Im Allgemeinen blieb Batman unter den Erwartungen, bei der Premiere am Mittwoch gab es verhaltenen Applaus.

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Neonstream im B72

Was sagt man dazu? Eine junge Wiener Band hat einen Support-Auftritt im Gürtellokal B72. Große Aufregung um 21 Uhr.  Der Sänger malt sich im Gesicht mit Neonfarbe an, Mama und Papa sind ebenfalls gekommen und drücken die Daumen. Der Schlagzeuger sitzt mit nacktem Oberkörper – wie sonst – auf der Bühne. Auch er hat sich mit Farbe angemalt. Ein kreischender Fanclub ist mit von der Partie, füllt das halbe Lokal und macht Handyfotos. —> Erfahrene Konzertbesucher mögen es bezweifeln, aber der Auftritt war trotzdem gut. Sehr gut sogar. Die Band Neonstream schafft es, ihr Publikum in Trance zu versetzen. Ihre jeweils zehn Minuten langen Songs elektrisieren, sind von hoher Klangqualität und machen Lust auf mehr. Sänger Matthias Kampf strahlt sehr viel Selbstbewusstein aus, die anderen Musiker vor allem Spaß. Hier ein kleiner Videorückblick:

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