Hoppala: Nadja Maleh übt Kritik

„Was habe ich mit Steve Jobs gemeinsam? Wir sind beide Kinder eines syrischen Immigranten“, erzählt Nadja Maleh zu Beginn ihres neuen Kabarettprogramms „Hoppala!“. Und die beliebte Entertainerin bleibt – unterwartet – politisch.

„Herr Kurz, wie finden Sie die Kabarettistin Nadja Maleh? – Vielen Dank für die Frage. Ich möchte mich bedanken für die Verantwortung, die mir übertragen wird, wenn ich diese Frage beantworten soll. Ich möchte niemanden anpatzen, aber auch der Regierungspartner findet, dass unsere österreichischen Künstler und Künstler Großartiges leisten. Und auch ich möchte mich an diese Meinung halten. Natürlich ist Nadja Maleh in Ordnung, aber erst wenn sie eine Weile ins Sozialsystem eingezahlt hat. Und ich möchte hinzufügen: Nadja Maleh ist nicht Mitglied meiner Partei, ist weder meine Wehrsprecherin noch meine Kabarettistin. Sie ist auch nicht Mitglied meiner Bundesregierung, insofern ist sie auch nicht meine Angelegenheit. Außerdem habe ich die Westbalkanroute geschlossen, damit nicht weitere ungelernte syrische Kabarettistinnen ins Land kommen können…“

Ernste Botschaften lustig verpackt
Natürlich verpackt Nadja Maleh ihre Botschaften in einem bunten Programm mit schwungvollen Liedern und flachen Schenkelklopfern. Sie thematisiert Sex, parodiert YouTube-Stars und schimpft über deutsche Urlauber. Vermutlich, um das Publikum nicht abzuschrecken, das gerne lachen und unterhalten werden will. Dennoch blitzt zwischendurch immer wieder Kritik an Gesellschaft und Politik durch.

Wie etwa beim folgenden Rätsel: Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie haben einen schweren Autounfall, bei dem der Vater sofort stirbt. Der Sohn wird mit schweren Kopfverletzungen in eine Spezialklinik geflogen. Die Operation wird vorbereitet. Der Chefchirurg erscheint, wird plötzlich  blass und sagt: „Ich kann nicht operieren. Das ist mein Sohn.“ –  Wer ist der Chefchirurg? (Lösung – siehe unten!)

Nadja Maleh Hoppala

Mit perfekter „Sprechtrainerinnen“-Stimme und fröhlichem Gesang widmet sich Maleh den Hoppalas seit dem Urknall bis in die (politische) Gegenwart.

Der Chefchirurg ist die Mutter. Malehs Botschaft: Gendern macht Sinn. Diese Woche hatte sie mit „Hoppala!“Premiere in der Kulisse. Auch eine neue CD ist erschienen.

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Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Frauen über 40 sind „esoterisch verwundbar“, sagt Pepi Hopf. Sie kaufen plötzlich aus Alufolie gebastelte Spiralen, um böse Handystrahlen abzufangen. Aber auch Männer sind Hosenscheißer – etwa, wenn sie auf fremde Klos gehen müssen. Oder sie haben Angst vor langen Wörtern. Das nennt man Hippopotomonstrosesquippedaliophobie. „Wer das Wort aussprechen kann, ist auch schon geheilt“, meint Hopf.

pepi-hopf

Pepi Hopf kochte für seine Gäste im Kabarett Niedermair Krautsuppe. Für die „Angstfreien“ gab es Ei-Aufstrich-Brote.

Der 46-jährige Kabarettist nimmt sich in seinem neuen Programm „Der Seelentröster“ dem allgegenwärtigen Thema „Angst“ an. Er sitzt dabei auf einem Barhocker und erzählt scheinbar locker lässig Anekdoten aus seinem Leben, von seiner Familie, aus seinem Heimatdorf. Doch das Programm ist gut durchdacht und behandelt eigentlich das Leben –  und wie man es meistern kann. Denn „Zu Tode gfurchten is a gstorben.“ Im Kabarett zu sitzen ist übrigens ungefährlich. Laut Google-Suche ist noch kaum jemand vor Lachen gestorben. Beim Premieren-Publikum von Pepi Hopf war es aber knapp.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

„ISIS“-Museum in Wien?

Da war ein zweiter Blick nötig – erst dann war klar, dass es in der Wiener Hofburg doch kein „ISIS“-Museum, sondern eben nur ein – mehr oder weniger spannendes – SISI-Museum gibt, das sich der früheren Kaiserin von Österreich widmet. Da merkt man erst, was die täglichen Meldungen über die Terrormiliz in einem auslösen.

Fassade am Michaelerplatz

Fassade am Michaelerplatz

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Die besten Garderoben in Wien

Es gibt schon sehr skurrile Garderoben in Wien. Sei es in Ausstellungen oder Lokalen – den Gästen wird oft so einiges zugemutet. Um die besten Garderoben in Zukunft zu dokumentieren und zu sammeln, wurde dieser Blogeintrag erstellt. Hier sind bereits die ersten zwei Exemplare. Einsendungen werden gerne entgegengenommen.

Auf dieses Sponsoring kann man stolz sein...

Gesehen im MQ: Auf dieses Sponsoring kann die Herbststraße stolz sein…

Die Hinweistafel ist fast so groß wie die Garderobe selbst...

Die Hinweistafel im Wiener „Wok & More“ ist fast so groß wie die Garderobe selbst…

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Sprüche der Woche

Am WC des TFM-Instituts stehen hunderte Sprüche an der Wand. Einer davon nimmt Bezug auf drei österreichische Boulevard-Medien und ist besonders zu empfehlen: HEUTE setzt Österreich die KRONE auf.

Heute setzt Österreich die Krone auf

Ebenfalls sehr nett ist das projizierte Bild des Videobeamers mit dem hochphilosophischen Text: „Zurück mit OK.“

Zurück mit OK

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Wiener Straßenbahn ohne Glasscheibe

„Herr Straßenbahn-Fahrer, es zieht…“ Großes Staunen gab es gestern, als eine Bim ohne Glasscheibe in der Nähe der U-Bahnstation Spittelau unterwegs war. Was genau passiert ist, kann nur vermutet werden. Vielleicht wollte ein Fahrgast unbedingt den kleinen roten Hammer einmal ausprobieren…

Freiluft-Bim: Dieser Straßenbahn fehlt das Glas im Fenster.

Dieser Straßenbahn fehlt das Glas im Fenster.

Mitarbeiter entfernen die Glassplitter von Gehsteig und Schienen.

Mitarbeiter der Wiener Linien entfernen die Glassplitter von Gehsteig und Schienen.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Duftender Haufen am Westbahnhof

Wer – trotz erneut gestiegener Preise – mit den Österreichischen Bundesbahnen unterwegs ist, lässt sich wohl gern auf Abenteuer ein. Wenn es nicht Schaffner mit besonderer Englischbegabung oder Mitreisende mit Blähungen sind, dann erwartet einen mit Sicherheit anderes: Die Rede ist nicht von überfüllten Zügen, kaputten Klimaanlagen oder zugesperrten WCs – wobei wir bei letzterem der Sache schon näher kommen. Kürzlich wurde ein stinkender „Zeitungshaufen“ am Bahnsteig des Westbahnhofs öffentlichkeitswirksam platziert. Vielleicht handelte es ich ja um eine „Kunstperformance“ oder ein „Happening“. Aktionskunst gegen die ÖBB, gegen Raucher oder Gratiszeitungen? Wer weiß – bis jetzt hat sich noch niemand zu diesem Erleichterungsakt öffentlich bekannt…

Ein "Zeitungshaufen" am Westbahnhof.

Ein „Zeitungshaufen“ am Westbahnhof.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.