16erBlech begeistern in St. Valentin

Selten sind in der kleinen Verkehrsknotenpunkt-Ortschaft St. Valentin solche Konzerthighlights zu hören wie gestern Abend. In der Pfarrkirche spielte das internationale Blechbläserensemble 16erBlech ein grandioses Konzert. Zu verdanken war diese Veranstaltung dem St. Valentiner Trompeter und Kapellmeister Martin Weichselbaumer. Die Kirche war gut gefüllt, selbst Hausherr Dechant Zarl war gekommen. Die Gemeindevertreter verzichteten auf diesen Kulturgenuss, sponserten jedoch die Veranstaltung. (Wahrscheinlich waren sie bei der Modeschau im Modehaus Kutsam, welches trotz Eigenveranstaltung ebenfalls das Konzert unterstützte.)

Die junge Gruppe eröffnete das Konzert mit dem festlichen Stück „Festivity“ von Thomas Assanger. Der Sound war in der Kirche zwar sehr laut, aber auch wunderbar voll. Vielleicht lag das auch daran, dass keine quietschenden Holzblasinstrumente mitwirkten. Durch das Programm führte 16erBlech-Dirigent Sebastian Aigner. Er verkündete dem Publikum die wichtigesten Informationen auswendig, kurz und unterhaltsam.

Das zweite Stück war ein Violin-Konzert von Vivaldi, das neu arrangiert und mit einer Piccolotrompete gespielt wurde. Dieses Experiment klang im Vorfeld interessant, war es schlussendlich aber nicht – sondern schön und fad.

Das Gitarrenlied „En Aranjuez con tu Amor“ war der Höhepunkt der ersten Hälfte. Es erinnerte an den britischen Film „Brassed Off“ von Mark Herman, wo dieses Lied in ähnlicher Besetzung gespielt wurde. Mit dem Stück „Fanfare for the Common Man“ wurde die erste Hälfte beendet. Es ist ein sehr, sehr heikles Stück – speziell die Fanfare zu Beginn. Leider schafften es auch 16erBlech nicht, es ganz kratz- und gigsfrei zu spielen. In der Pause wurde – passend zum Bandnamen – Ottakringer-Bier ausgeschenkt. Aber leider nicht in der Dose. Das irritierte so manchen Gast 🙂

16erBlech in der Stadtpfarrkirche St. Valentin.

16erBlech in der Stadtpfarrkirche St. Valentin.

Die Stückwahl der zweiten Hälfte war ein Traum: Nach der „Olympic Fanfare“ von John Williams stand das brasilianische Stück „Tico Tico“ am Programm. Das Publikum war begeistert und zeigte dies mit tobendem Applaus. Schon während des Stückes vibrierten die Kirchenbänke von den vielen mitwippenden Stöckelschuhen.

Nach „Dahaam“ von PRO Brass (welche am 21. April in der Stadthalle Enns zu hören sind. Karten in allen Raiffeisenbanken!) kam ein Filmmusik-Medley mit der Musik von „A-Team“, „König der Löwen“, „Robin Hood“ und „The Mission“. Die Nummer bereitete nicht nur dem Publikum große Freude, sondern auch – spürbar – den Musikern. Filmmusik wie diese hört man zwar oft, aber selten so schön gespielt und in dieser Besetzung.

Nach „A Song for Japan“ und „Best of Chuck Mangione“ bildete „The Final Countdown“ einen würdigen Abschluss des Konzertes. Selten hat man vier Hörner eine Melodie so schön und rein spielen gehört.

Organisator Martin Weichselbaumer kündigte an, jedes Jahr ein Konzert wie dieses in seiner Heimatgemeinde zu planen. Das wäre natürlich ein Hit! Vielleicht kommen im nächsten Jahr noch mehr Besucher (und Sponsoren), damit man in einen schönen Konzertsaal wechseln könnte – denn das hätte sich eine Gruppe wie 16erBlech verdient.

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Rocken, bis der Arzt kommt

Gestern wurde das „Blues Cafe“ in St. Valentin ein letztes Mal geöffnet. Mit Auftritten der Bands „Bandit Surface“ und „Pasty Clan“ wurde das Lokal noch einmal in eine Konzertlocation verwandelt. Hunderte Gäste kamen zur Abschiedsparty und feierten exzessiv bis spät in die Nacht. Sogar Wirt Hans Pillgrab spielte mit seinem Sohn Wolfgang und weiteren Musikern noch einmal groß auf. In Zukunft wird das „Blues Cafe“ in eine Arztpraxis verwandelt.

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„Alles Walzer“ im Kulturhaus

Gestern fand in St. Valentin der 7. Neujahrsball der Pfarre Langenhart und des CNH Orchesters statt. Während Dirigent Jun Ono als Barkeeper im Einsatz war, spielten seine Musiker auf der Bühne tanzbare Big-Band-Nummern. Als Höhepunkt gab es eine schwungvolle Mitternachtsshow, die  – wie schon im Vorjahr – von den Chorifeen gestaltet wurde. Zahlreiche Ballgäste ließen den Abend ebenfalls „musikalisch“ ausklingen – in der Disko „Barbarella“.

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Meister der Reportage

„Das war einer dieser Abende, die man nicht schnell vergisst“, sagte Florian Klenk nach seiner Lesung im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik Enns. Der Aufdeckerjournalist las aus seinem Buch „Früher war hier das Ende der Welt“. Klenk berichtete von Erlebnissen an der österreichischen Grenze, von ungewöhnlichen Politikern in Kärnten sowie von Prostituierten in Wien. Danach diskutierte er mit den Gästen über seinen Beruf, das Aufdecken und Schreiben.  „Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele Bordelle gibt“, wunderte sich Klenk, bevor er am Bahnhof St. Valentin in den Zug nach Wien stieg.  Möglicherweise dachte er bereits auf der Heimreise über seine nächste Reportage nach. Ein Video von der Lesung gibt’s hier:

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