YouTube-Star auf „echter“ Bühne

Wer YouTube-Stars live erleben will, kann das oft nur bei Autogrammstunden in Einkaufszentren – gemeinsam mit kreischenden Teenagern. Anders ist das bei Michael Buchinger. Der 25-Jährige zählt mit mehr als 150.000 Abonnentinnen und Abonnenten zu den erfolgreichsten YouTubern Österreichs, schreibt inzwischen Bücher und ist jetzt auch offiziell Kabarettist. Am Montag hatte er im ausverkauften Wiener Stadtsaal Premiere – vor fast ausschließlich jungen, weiblichen Fans.

Schwulensex im Rathauspark
In seinem Programm „Lange Beine, kurze Lügen“ erzählt er ausgiebig von seiner Homosexualität, seinen Dates und verrät: „Der Wiener Rathauspark ist eine Cruising Area. Das bedeutet, dass sich dort schwule Männer nach 22 Uhr zum anonymen Sex im Gebüsch treffen. Ich wusste das selbst die längste Zeit nicht. Ich glaube, das ist so ein Überbleibsel aus einer Zeit vor Grinder und Tinder, als man die Menschen noch händisch nach links schubsen musste.“

Lesung und Selfies
Fitnessstudio, Instagram, Foodora. Buchinger bleibt bei seinen Themen urban und seicht. „Ich komme schön langsam in dieses Alter: Freunde von mir verloben sich und heiraten. Freundinnen von mir werden schwanger und denken sich: Weißt du was, dieses Mal behalte ich es.“ Unerwartet harte Pointen wie diese bleiben die Ausnahme. Statt einer Zugabe bietet Buchinger – zielgruppenorientiert – Selfies an.  Allerdings erst nach einer Wartezeit von 45 Minuten. Interviews für die Medien haben Vorrang.

Fazit: Buchinger liefert belanglose, aber professionelle Unterhaltung. Und eine Möglichkeit für seine Fans, den YouTube-Star live zu erleben.

Michael Buchinger im Stadtsaal

Ein Mikrofon, ein Stehtisch und ein Glas Wasser: YouTube-Star Michael Buchinger im Stadtsaal.

Buchtipp: BlöZinger – die ersten zehn Bühnenjahre des Clown- und Kabarettduos.

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Jazzfest in der Müllverbrennungsanlage

Dort, wo täglich Berge an Restmüll verbrannt werden, hat am Samstag das Wiener Jazzfest begonnen. Tausende kamen, um in der Müllverbrennungsanlage Spittelau bei zwei Euro Eintritt Livemusik zu erleben. Bereits seit 21 Jahren gibt es Open-Air-Konzerte in der künstlerischen Anlage von Friedensreich Hundertwasser. Es war der Wunsch des Architekten gewesen, das Haus für alle zu öffnen.

Einer der Höhepunkte war heuer die Band 5/8erl in Ehr’n. Tiefenentspannt spielten die Musiker im Sitzen ihre Wienerlieder, die Jazz, Soul und andere Genres streifen. Alles war so gechillt, dass sogar die Charitynummer Schweigeminute für Traiskirchen von Raoul Haspel der Stimmung keinen Abbruch tat. Eine Minute Stille! Aber es funktionierte.
Mit ihren Hits Badeschluss (Das Lied ertönt in den Wiener Freibädern, kurz bevor sie schließen), Alaba, How do you do? (eine Anspielung auf die Aussage eines Politikers) oder Schneid die Melone an (Böser Ohrwurm aus der Bawag-Werbung) sorgten die 5/8erl für einen musikalisch-gemütlichen Sommernachmittag in Wien. Wirklich schön!

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

7 Fun Facts über den Zoo Schönbrunn

Aus dem Bildband „Erlebnis Zoo“

1. Als Napoleon 1805 in Wien einmarschiert ist, hat er ein Riesenkänguru als Kriegsbeute aus dem Zoo Schönbrunn nach Paris bringen lassen.
2. Ein Indianerstamm aus Nordamerika hat dem Tiergarten 1992 ein Bison geschenkt.
3. Anfangs war der Tiergarten der kaiserlichen Familie und adeligen Gästen vorbehalten. Ab 1778 durften ihn an Sonntagen auch alle „anständig gekleideten Personen“ besuchen.
4. Kaiser Franz Stephan von Lothringen wollte keine fleischfressenden Tiere im Zoo haben – wegen der Geruchsbelästigung.
5. Die ersten Junglöwen in Schönbrunn sind von Hunden gesäugt worden.
6. Die Schönbrunner Gibbons (Affen) „fliegen“ bis zu zwölf Meter weit und singen so laut, dass man es auch außerhalb des Zoos hört.
7. Im Regenwaldhaus wurde eine neue Schneckenart entdeckt. Und weil der Tiergartenzoologe Harald Schwammer bei der Erforschung mitgeholfen hat, ist sie nach ihm benannt: „Schwammeria rumbangensis“.

ZupancBuchBukovsky

Mehr als 300 beeindruckende Tierbilder hat Fotograf Daniel Zupanc im neuen Bildband veröffentlicht. Die spannenden Geschichten dazu kommen von Autorin Johanna Bukovsky.

Buchtipp: „Erlebnis Zoo. Begegnungen im Tiergarten Schönbrunn“ von Johanna Bukovsky und Daniel Zupanc. Kiko Verlag, 240 Seiten, 34,90 Euro.

Elfman: Der ausgezeichnete Märchenerzähler

Jeder kennt Danny Elfman – zumindest seine Musik. Er komponierte unter anderem die legendäre The Simpsons-Titelmelodie. Eigentlich nur zum Spaß. Er hätte nie gedacht, dass die Melodie einmal öffentlich zu hören sein würde. Das erzählte Elfman eben im Konzerthaus. Der Filmkomponist ist Stargast der heurigen Hollywood in Vienna-Gala und wird mit dem Max-Steiner-Award ausgezeichnet. Zum Dank interpretiert er seinen Hit What’s this? aus dem Tim-Burton-Film „A Nightmare Before Christmas“. Zuvor stellt das ORF-Radiosymphonieorchester sein Schaffenswerk vor – mit Musik aus Batman, Men in Black, Alice im Wunderland und Edward mit den Scherenhänden.

Danny Elfman

Danny Elfman erzählt Märchen über Musik

Wenn Wien zum La La Land wird

Die Filmmusikgala „Hollywood in Vienna“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum – mit topaktueller Musik aus La La Land, Beauty and the Biest und Life of Pi, aber auch aus Disney-Klassikern wie Mulan und König der Löwen. Ein Traum für Filmmusikfans! Elfman sagt dazu sinngemäß: „Wien ist die Hauptstadt der klassischen Musik und Hollywood das Zentrum der Filmmusik. An diesem Abend ist beides auf wunderbare Art und Weise miteinander verbunden.“ Hoffentlich macht das „Hollywood in Vienna“ noch viele Jahrzehnte lang.

CDs Elfman

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

„Undercover“ im Touribus durch Wien

Tourist in der eigenen Stadt zu sein, kann äußerst amüsant sein. Vor allem, wenn man sich überwindet und eine Hop-On-Hop-Off-Tour mit dem Big Bus macht. Während der eineinhalb Stunden erfährt man Fakten, Anekdoten, Gerüchte, Meinungen und Blödsinn. Ein Auszug: Die Wiener nennen ihre Straßenbahnen Bims – wegen des Fußklingel-Geläutes. Die Votivkirche wurde nur gebaut, weil Kaiser Franz Josef I. ein Attentat überlebte. Adolf Hitler arbeitete als Laufbursche im Hotel Imperial, schaffte es nicht auf die Kunstuni und bestellte später gern Kaffee im Café Central. Der Architekt der Roßauer Kaserne beging angeblich Selbstmord, weil er auf die Klos vergessen hatte, ebenso ein Architekt der Staatsoper, weil das Haus am Ring optisch mit einem Bahnhof verglichen wurde. Die Wiener Flaktürme konnten 14 Kilometer hoch schießen. Das Wiener Leitungswasser fließt u.a. von Rax und Schneeberg nur durch Schwerkraft nach Wien. Im Hundertwasserhaus wachsen 250 Bäume, in Wien leben 3.000 Spione und so weiter.

Oper

Die Wiener Staatsoper – sieht aus wie eine Bahnhofshalle?

Fazit: Die Bustour macht Spaß und bietet einen guten Überblick. Seltsam ist, dass wichtige Gebäude, wie die Universität Wien oder das Konzerthaus, nicht erwähnt werden, obwohl der Bus daran vorbeifährt. Über das Haus der Musik wird dafür so viel erzählt, als hätte es dafür bezahlt. Die deutsche Version des Audioguides wirkt wie von einer englischen Version schlecht übersetzt und sogar bei der Aussprache gibt es Probleme: Die Mariahilfer Straße wird zur Maria-hilf-Straße, das Restaurant Plachutta zum „Platschutta“. Teilweise sind die Texte veraltet. Es ist etwa von den alten Riesenrad-Gondeln die Rede. Blöderweise wurden diese im Vorjahr komplett erneuert.

Rundfahrt

Wenn man bei Big Bus Tours die Tickets online kauft, sind sie um ein paar Euro billiger.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

„Humptata“ zum Auszucken

Es gibt eine neue Band im Land. Die heißt Klakradl. Und die sollte man sich anhören! Denn bei diesem Musikprojekt machen die genialen Kärntner Duos [:klak:] und Radeschnig gemeinsame Sache. Mit Klarinetten, Akkordeons, Gitarre und Cachon nehmen sich die Profimusiker und Kabarettistinnen zig musikalische Genres vor: Kärntner Lieder wie Gern habn tuat guat stehen genauso auf dem Programm wie der Disco-Klassiker Popcorn.  Aber Vorsicht: Alles wird mit experimentellen Auszuckern, überraschenden Einlagen und oftmals bitterbösen Texten dargeboten. (Plötzlich gesellen sich etwa hungrige Enten, scheinheilige Katholiken oder gar Nazis aus der Verwandtschaft dazu…) Am Freitag hatten Klakradl ihren ersten Auftritt in Wien im Theater am Spittelberg.  Fazit: Hoffentlich folgen noch viele weitere Shows. Denn so machen Humptata, Jazz und Co großen Spaß! => Trailer

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Boyband feiert Weihnachten

Vocaftief – die sympathischte Boyband des Landes – hat zu Maria Empfängnis gemeinsam mit dem VocalEnsemble Carnica zu einem exklusiven Weihnachtskonzert in die Wiener Klaviergalerie geladen. Die sieben Burschen haben Weihnachtslieder a capella und ohne jeglichen Kitsch zum Besten gegeben. Höhepunkt war ein eigenes Arrangement des Céline-Dion-Klassikers „Don‘ Save It All for Christmas Day“ mit einem engelhaften Solo von Daniel Nguyen. Bleibt zu hoffen, dass es bald ein Vocatief-Album gibt. Bis dahin müssen sich Fans mit Liveaufnahmen auf Soundcloud und YouTube trösten.

vocaweihnacht

Sieben Männer, sieben Stimmen: Vocatief im Kaisersaal

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.