Der Hymnen-Skandal und #metoo

Die Sängerin Tini Kainrath hat bereits vor 16 Jahren beim Fußball-Länderspiel Österreich gegen Kamerun im Ernst-Happel-Stadion die Österreichische Bundeshymne mit „großen Töchtern“ und „großen Söhnen“ gesungen. Unangekündigt. Daraufhin gingen zahlreiche Beschwerden beim ÖFB ein. Dieser entschuldigte sich bei den Fans und drohte der Sängerin mit rechtlichen Schritten. Inzwischen ist der Text der Bundeshymne offiziell geschlechtergerecht geändert. Dennoch, der Weg zur Gleichberechtigung ist ein langer. „Man muss es im Kontext der Geschichte sehen“, sagt Tini Kainrath anlässlich des internationalen Frauentages 2018.  „Das sind ja Babyschritte, die wir da machen. Man darf sich nicht zu viel erwarten. Wir müssen unsere Kinder anders erziehen und die müssen ihre Kinder anders erziehen. Es wird ja langsam.“

Zoe Straub

Zoe wird sehr beschützt, sagte sie gegenüber ORF „Wien heute“

#metoo-Warnung: „Da wacht man kurz auf“
Gerade im Film- und Musikbusiness zeigt sich sehr oft, wie ungleich Macht noch immer verteilt ist und wie damit umgegangen wird – Stichwort #metoo.  „Ich weiß auch schon sehr lange, worauf ich mich mit dieser Berufswahl eingelassen habe“, erzählt Sängerin und Schauspielerin Zoe bei einem Konzert von Radio Wien. „Das heißt natürlich nicht, dass ich sage: ja das gehört dazu. Das tut es nicht. Ich fahr die Krallen aus, wenn mir jemand zu … die Grenzen überschreitet. Liebes süßes Mädchen ist da nix in den Fällen. Furchtbar, dass es das gibt und wie vielen Frauen das widerfährt, alltäglich und nicht nur im Showbusiness, sondern in jedem Beruf. Da wacht man kurz auf.“

Sabine Stieger, die Österreich als Sängerin der Global Kryner 2005 beim Song Contest vertrat, warnt ebenso: „Wo ich in das Geschäft eingestiegen bin, war ich Anfang 20, unerfahren und wollte natürlich weiterkommen und Erfahrungen sammeln.  Und wenn ich nicht so ein harter Knochen wär, dann hätt ich das eine oder andere unmoralische Angebot, um eine schnellere Karriere haben zu können, schon annehmen können. Oder weiß der Kuckuck wohin es mich geführt hätte, wahrscheinlich eh nirgends hin. Also das gibt es. Mir ist es jetzt schon länger nicht passiert. Das kann damit zu tun haben, dass ich älter werde und keine leichte Beute mehr bin. Aber Sängerinnen, Musikerinnen, Frauen aufgepasst!“

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Zoe verführt auf Französisch

Wer berühmt werden will, muss ins Fernsehen? Zoe, die Tochter von Papermoon-Sänger Christof Straub, hat mit ihren 18 Jahren schon reichlich TV-Erfahrung. Sie moderierte die Confetti-TiVi-Sendung „Close Up“, trat als Sängerin beim Kiddy Contest auf, wurde bei der Vorauswahl-Show für den Eurovision Song Contest „Wer singt für Österreich?“ bekannt und hatte seither eine Rolle in der TV-Serie „Vorstadtweiber“. Am 22. Oktober präsentiert sie ihr erstes Album mit dem Titel „debut“ im Café Francais. Darauf enthalten sind zehn Songs, darunter die bereits bekannten Nummern “Adieu” und “Quel Filou”. Fazit: Mit Ausnahme von „Mon coer a trop aimé„, wo der Computersound stört, werden die zumeist schwungvoll-einfachen Chansons („Je m’en fous“, „Danse avec moi“…) große Freude bereiten – vor allem Fans von französischen Chansons, Gypsy- und Elektroswing.

Da schau her: Das Coverfoto von Zoes Debutalbum geizt nicht mit Reizen.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.